Sex in der Küche: Pornokuchen

Nackte Menschen in der Werbung, erotische Bestseller oder Sexspielzeug-Startups – Sex ist einfach Thema Nummer 1. Damit werden sogar simple Haushaltsgeräte zu Verkaufsschlagern: der sexy Staubsauger, die Porno-Pfanne oder der erotische Elektroherd. Klingt doch gleich viel besser, oder? Ach, wir Menschen sind doch so leicht zu durchschauen. Das funktioniert übrigens auch genauso mit Essen. Deshalb gibt’s heute ein Rezept für einen sehr erotischen Schokoladenkuchen: der Pornokuchen. Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie er schmeckt und ihr habt auf jeden Fall Recht!

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Als ich diesen Kuchen mit ins Büro mitgebracht habe, war er nach gefühlten fünf und wirklichen zehn Minuten direkt weggeputzt und deshalb gibt’s mal wieder nur ein qualitativ bescheidenes Handyfoto. Vielleicht hilft euch aber die Beschreibung einer Kollegin:

„Dieser Kuchen schmeckt wie Sex.
Vor einem Regenbogen.
Auf einem Einhorn.“

Verrückt. Aber verdammt gut. Und bevor ihr euch fragt: ja, der Kuchen darf auch von Minderjährigen gegessen werden. Figurbewusste sollten sich aber beim Verzehr die Augen zuhalten – und beim Lesen dieses Rezepts.

Pornokuchen

Für eine 26-cm Springform

Zutaten:
3 EL Mehl
1 1/2 TL Backpulver
200 g Zucker
375 g Butter
7 Eier
5 EL Kakaopulver
225 g Zartbitter-Schokolade

100 ml süße Sahne
100 g Zartbitterschokolade
500 g Erdbeeren und oder Himbeeren
optionale weiße Schokolade zum Verzieren

So geht’s:
1. Die Butter mit der Schokolade im Topf schmelzen und kurz abkühlen lassen.
2. Den Zucker mit den Eiern schaumig schlagen, das Mehl, Backpulver und Kakaopulver sieben und unterrühren.
3. Die Butter-Schokoladen-Masse vorsichtig in den Teig rühren.
4. In einer gefetteten Springform bei 160 °C Umluft für 30 Minuten backen und abkühlen lassen.
5. Für ein noch intensiveres Schokoerlebnis den Kuchen für einige Stunden oder über Nacht in den Kühlschrank stellen. Schmeckt aber auch jetzt schon fantastisch. (Aber ein bisschen ist es die Wartezeit auch wert.)
6. Die Sahne und die Schokolade zusammen schmelzen und zu einer glatten Masse rühren. Dann über den Kuchen geben.
7. Mit Erdbeeren, Himbeeren und weißer Schokolade garnieren.

Guten Appetit!

 

Kaffeekränzchen: Russischer Zupfkuchen

Da saß ich nun, zurückgelehnt in einem braunen Ledersessel, der genauso aussah wie der von meinem Großvater. Draußen strömte der Regen und die Menschen durch die Straßen von St. Petersburg. Gedankenverloren spähte ich durch die angelaufene Fensterscheibe und nahm einen tiefen Schluck von meinem heißen, schwarzen Kaffee. Die anderen Gäste im Café Julenka lasen bedächtig in ihrer Zeitung oder sprachen mit gedämpfter Stimme mit ihrem Sitznachbarn. Ich verstand kein Wort, aber das leise Gemurmel wirkte irgendwie beruhigend, fast einschläfernd. Für einen kurzen Moment schloss ich die Augen und dachte an früher zurück. Mein Großvater auf seinem braunen Ledersessel und ich auf seinem Schoß, die Geschichten, die er mir vorlas, und meine Oma, die in der Küche stand und Russischen Zupfkuchen backte. Wie aus meiner Erinnerung gemalt, stand nun so ein Stück vor meiner Nase auf dem Tisch. Und er schmeckte fast genauso gut wie damals.“

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So oder so ähnlich könnte es sein. Der perfekte Russische Zupfkuchen in einem schönen Café in St. Petersburg. Da gäbe es nur das klitzekleine Problem: der kommt ja gar nicht aus Russland! Wie das zustande kommt? Angeblich wurde das Rezept in den 90er Jahren mal bei einem Dr. Oetker Backwettbewerb als Russischer Zupfkuchen eingereicht. Russisch deshalb, weil die Schokoladen“zupfs“ ungebacken ausgesehen haben sollen wie die Turmspitzen von russischen Kirchen. Ob das stimmen mag oder nicht, eins steht fest: er schmeckt einfach göttlich.

Russischer Zupfkuchen

Zarter Schokoladenmürbeteig und cremiger Käsekuchen – was kann daran auch schon verkehrt sein? Backfaule brauchen dafür übrigens nicht mal ein Rührgerät, der Teig lässt sich auch ganz einfach mit der Hand kneten und die Käsemasse mit dem Kochlöffel rühren. Nach meiner letzten empirischen Studie habe ich nur ein einziges Problem feststellen können: dieser Kuchen hat leider nur eine Lebensdauer von einem Tag. Oh weh!

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Russischer Zupfkuchen

 Zutaten:

275 g weiche Butter
225 g Zucker
2 Pck. Vanillezucker
3 Eier
225 g Mehl
2 gestr. TL Backpulver
50 g Back-Kakao
500 g Magerquark
1 Pck. Vanille-Pud dingpulver
optional: Zartbitterkuvertüre

So geht’s:
1. Für den Schokoladenmürbeteig 125 g Butter, 125 g Zucker, 1 Päckchen Vanillezucker, 1 Ei, das Mehl und Backpulver und den Kakao zu einem Teig verkneten. Den Teig flach drücken und in Folie gewickelt in den Kühlschrank legen.
2. In einer Schüssel den Magerquark mit 100 g Zucker, 1 Päckchen Vanillezucker mischen. 150 g Butter schmelzen und kurz abkühlen lassen. Zusammen mit dem Vanille-Puddingpulver unter den Quark rühren. Als letztes 2 Eier daz ugeben.
3. Den Schokoladenteig in der Mitte halbieren. Die eine Hälfte in eine gefettete Springform auslegen (ihr könnt den Teig vorher etwas ausrollen) und einen 2-3 cm Rand hochziehen.
4. Die Quarkfüllung in die Form gießen. Dann den restlichen Schokoladenteig als Streusel über die Füllung streuen bzw. „zupfen“.
5. Den Kuchen bei 180 °C für 50-60 Minuten backen. Falls der Kuchen zu dunkel wird, könnt ihr ihn mit Alufolie abdecken.
6. Richtig abgekühlt schmeckt er am besten – Ungeduldige können aber auch schon vorher probieren.
7. Tipp: Für noch mehr Schokopower solltet ihr unbedingt etwas Zartbitterkuvertüre schmelzen und  über die Schokoladenstreusel verteilen!

Guten Appetit!

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Vom Glück und anderen Dingen

Bringt es Unglück, wenn man Glückskekse backen will und sie so richtig daneben gehen? Ich hoffe nicht. Und wenn doch – da zitiere ich doch gleich diesen weisen Spruch, der ein Glückskeksspruch hätte werden können: „Misserfolg ist eine Chance, es beim nächsten Mal besser zu machen!“ Noch besser gefällt mir die hessische Variante: „Bevor isch mich uffreesch, isses mir lieber egal.“ Dabei war die Idee gar nicht so verkehrt: Glückskekse, die ausnahmsweise schmecken, und zwar dank leckerem Schokoladenmürbeteig. Denn mal ehrlich – eigentlich freuen wir uns doch nur über den Spruch, aber nicht über den Keks. Und das sollten wir dringend ändern. Statt den klassischen tortelliniförmigen Keksen habe ich Herzen, Sterne und Knallbonbons geformt und die Sprüche darin versteckt. Nun ja, der Teig war leider nichts, weder geschmacklich noch optisch – ich tue euch also einen großen Gefallen, indem ich das Rezept nicht mit euch teile. Aber falls es euch jetzt im Ofenhandschuh juckt und ihr überhaupt noch Plätzchen sehen könnt, probiert es doch einfach mit dem Mürbeteig eures Vertrauens aus. Als Trost gibt es hier ein schönes Foto von einem Schokoladenmuffin:

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Am liebsten würde ich euch ja jedem so einen wunderbaren Muffin nach Hause schicken – aber stattdessen gibt’s heute eine andere Form des Glücks: und zwar eine Geschichte. Wenn euch schon heiß und kalt wird bei dem Gedanken an Neujahrsvorsätze, ihr 2015 noch nicht loslassen wollt oder es kaum erwarten könnt bis endlich das neue Jahr anfängt, dann ist sie vielleicht genau das Richtige.

„Früher war alles besser.“, sagte Hermann und setzte sich mit dunkler Miene auf die Parkbank.

„In Zukunft wird alles besser.“, sagte seine Frau Beate und setzte sich daneben.

Da fiel ein Apfel vom Baum herab und rollte vor ihre Füße. „Warum denn nicht jetzt?“, sagte der Apfel, der so rot war wie ein Apfel nur werden konnte. Hermann und Beate sahen sich verdutzt an. „Gestern hatte ich noch einen grünen Fleck“, fuhr der Apfel unbekümmert fort, „und schon bald werde ich faulen.“

Da holte Hermann das Taschenmesser von seinem Urgroßvater hervor und schnitt den Apfel in zwei Hälften. Beate und Hermann bissen hinein und es war tatsächlich der süßeste und saftigste Apfel, den sie jemals gegessen hatten. Da wurden beide froh, denn ihre Sorgen von morgen und gestern waren wie weggeblasen und mit einem glücklichen Lächeln standen Hermann und Beate auf, fassten sich an der Hand und machten einen Spaziergang.

Ich hoffe jedenfalls, ihr hattet alle schöne besinnliche Feiertage und habt auch die Zeit zwischen den Jahren genossen. Einen guten Rutsch wünsche ich euch! Bis nächstes Jahr.

Ohne Reuegefühle: Schokoladen-Pekannuss-Karamell-Tarte

Der Zeiger tickt, die Zeit rennt und ich weiß gar nicht, wo mir der Kopf steht. Schon wieder ein Jahr vorbei, dabei wollte ich doch, und hätte ich bloß und: Stop! Wieso fällt einem am Ende des Jahres eigentlich nur ein, was man alles nicht geschafft hat? Das ist doch nun wirklich schnurzpiepwurstegal. Lieber sollte ich daran denken, was ich alles geschafft und erlebt habe, welche Menschen ich getroffen und welche Orte ich entdeckt – und was ich alles Gutes gegessen habe. Denn da kann ich nun wirklich ganz aufrichtig sagen: ich bereue nichts! Und das sollten wir feiern. Mit dieser Schokoladen-Pekannuss-Karamell-Tarte. Und Zimteis. So ganz ohne Reuegefühle.

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Wenn ihr also auch so einen Krisenmoment habt, ist es definitiv Zeit, innezuhalten und diese Tarte zu backen. Zum Glück ist diese Schokoladen-Pekannuss-Karamell-Tarte viel einfacher als der Name vermuten lässt. Ich habe sie zu einem Thanksgiving Dinner mitgebracht, zu dem ich von meinem Papa eingeladen wurde – deshalb durften die Pekannüsse natürlich nicht fehlen. Genauso könnt ihr aber auch Walnüsse oder Mandeln verwenden oder sie ganz einfach weglassen. Aus dem Rezept kommt entweder eine große Tarte heraus oder 12 kleine Tartelettes.

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Schokoladen-Pekannuss-Karamell-Tarte

Für 1 große Tarte oder 12 kleine Tartelettes

Zutaten:
Für den Mürbeteig:
115 g Butter
1 Ei
100 g Puderzucker
250 g Mehl

Für den Belag:
200 g Pekannüsse
100 g Zucker
550 g Sahne
310 g Zartbitterkuvertüre
3 Eigelb
40 g Butter

So geht’s:
Für den Mürbeteig:
1. Alle Zutaten zu einem Teig verkneten und für eine halbe Stunde in den Kühlschrank legen.
2. Die Tarteform oder -förmchen gut mit Butter einfetten und den Teig darin auslegen. Mehrmals mit einer kleinen Gabel einstechen.
3. Bei 180 °C Umluft für 10-15 Minuten backen und abkühlen lassen.

Für den Belag:
1. Einige Pekannüsse für die Dekoration zur Seite legen, den Rest klein hacken.
2. In einer Pfanne den Zucker auf mittlerer Hitze karamellisieren, dann vorsichtig 100 g Sahne dazugeben. Die Pekannüsse unterrühren und die Masse noch warm auf dem Mürbeteigboden verstreichen.
3. Den Mürbeteigboden raus oder in den Kühlschrank stellen, damit die Masse fest wird. Für Eilige: der Gefrierschrank für 10 Minuten tut’s auch.
4. Die Kuvertüre klein hacken und zusammen mit der Butter in eine Schüssel geben.
5. Die restlichen 450 g Sahne aufkochen lassen und über die Schokolade gießen. Solange umrühren bis die Schokolade komplett geschmolzen ist.
6. Die Eigelbe nacheinander unterrühren.
7. Die Schokoladenmasse auf die Mürbeteigform gießen und glatt streichen.
8. Mit Pekannüsse dekorieren und servieren.

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Für das Zimteis braucht ihr auch nicht viel Zeit. Es ist schnell, einfach und ergänzt die Tarte ideal. Und das Beste: ihr braucht dafür keine Eismaschine!

Zimteis

Zutaten:
225 ml Milch
1 Zimtstange
3 Eigelb
100 g Zucker
1 Teelöffel Zimt
450 ml Sahne

So geht’s:
1. Die Milch und die Zimtstange im Topf aufkochen, zur Seite stellen und die Zimtstange wieder entfernen.
2. In einer Schüssel Eigelbe, Zucker und Zimt cremig verrühren. Die Zimtmilch dazugeben und kontinuierlich weiterrühren.
3. Die Masse wieder zurück in den Topf gießen und auf schwacher bis mittlerer Hitze 8-10 Minuten köcheln lassen bis sie dicker wird. Dann den Topf vom Herd nehmen und abkühlen lassen.
4. Die Sahne aufschlagen und die Zimtmasse unterheben.
5. Einfrieren und alle Stunde umrühren.

Tipp: Vor dem Servieren früh genug rausholen, damit das Eis nicht zu hart wird und einen schönen Schmelz bekommt.

Guten Appetit!

Und vor allem: macht euch keine Sorgen und lasst euch vom Jahresendstress nicht übermannen – esst lieber ein paar gute Kalorien! Und danach könnt ihr gewissenhaft dieses Liedchen trällern:

Schokoladen-Kirsch-Muffins mit Haselnüssen

Sobald es kälter wird, denke ich an heiße Kirschen auf der Waffel und dampfende Becher mit Kirschglühwein. Die süßen Früchte transportieren die Gedanken an wärmere Tage, an denen man noch im Garten saß und knackige Kirschen aß, und anschließend ein Kirschkernweitspuckwettbewerb ausfechtete. Ich bin immer ziemlich gut darin, die Kerne direkt vor meinen Fußzehen zu platzieren – natürlich mit Absicht. Am liebsten habe ich Kirschen in liebevoller Umarmung mit Schokolade und Nüssen. Deshalb sind diese Schokoladen-Kirsch-Muffins genau das Richtige, wenn man sich von innen aufwärmen möchte – oder seiner Seele und seinen Freunden etwas Gutes tun will (und das wollt ihr!). Mehr muss man dazu auch gar nicht mehr sagen. Ready, set, bake!

Muffin + Kirschen

Schokoladen-Kirsch Muffins mit Haselnüssen

Zutaten:

1/2 Glas Sauerkirschen
3 Eier
150 g Butter
120 g brauner Zucker
1/2 Päckchen Vanillezucker
150 g Mehl
1 1/2 TL Backpulver
1 Messerspitze Zimt
1 EL Rum
125 g gemahlene Haselnüsse
100 g Schokoladenraspel
100 g Zartbitterschokolade

So geht’s:

1. Die Kirschen in einem Sieb abtropfen lassen und beiseite legen.
2. Die Butter schaumig schlagen, dann den Zucker und Vanillezucker einrieseln lassen. Die Eier einzelnd unterrühren.
3. Mehl, Backpulver, Haselnüsse und Zimt vermischen und nach und nach in den Teig geben.
4. Den Rum und die Schokoladenraspel unterrühren.
5. Den Teig in Muffinförmchen füllen und bei 200 °C für 20 bis 25 Minuten backen.
6. Die Schokoladen schmelzen und die Muffins damit verzieren.

Guten Appetit!

Muffins auf Gitter

Ihr habt noch nicht genug von gemütlichen Kirschen? Dann hört euch dieses Lied von Hozier dazu an:

Schwarz auf weiß: Schachbretttorte

Es fühlt sich an wie ein anderes Leben, wenn ich daran denke: vor einem Jahr bin ich noch durch die Innenstadt von Eastbourne geschlendert. Vorbei an Straßenmusikern und Cafés bis zum Pier, der kurz zuvor abgebrannt war. Das weite Meer vor mir ausgestreckt, die Möwen hungrig über mir und meiner Sausage Roll kreisend, die britische Sonne an der Sunshine Coast warm auf meinem Gesicht.

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Oder in die andere Richtung, zielstrebig in den vielleicht schönsten Laden der Stadt: dem Buchladen. Einmal bin ich eine Woche lang jeden Tag dorthin gegangen, stand ewig zwischen Regalen und habe mit meinen Augen die Buchdeckel abgetastet. Leider gab es ziemlich oft reduzierte Bücher, vor allem in der Kochbuchabteilung. Das hat bei mir immer ein sehr unangenehmes Kribbeln in den Fingern ausgelöst und mein Portemonnaie ist in dieser Zeit sehr dünn und knochig geworden. Dafür habe ich einigen Büchern ein liebevolles neues Zuhause gegeben, wie zum Beispiel diesem Buch von „The Great British Bake Off“. Ihr seht, ich war machtlos!

The Great British Bakeoff buch

Gut, ich gebe zu ich war bisher ein etwas nachlässiger Besitzer, aber jetzt hab ich’s endlich geschafft und eine Schachbrett-Torte gebacken. Die habe ich dann mit ins Büro gebracht, um sie an meinen neuen Testobjekten – äh Kollegen zu testen. Die gute Nachricht: die Torte war echt spitze! Sie war schon vor der Mittagspause fast leer; dafür mein Postfach voll mit netten Mails und Lobeshymnen. Ich kann euch also versichern, dass sich der Aufwand lohnt. Die schlechte Nachricht ist nämlich: ich habe leider kein gutes Foto für euch. Die Zeit hat nicht gereicht, das Licht war zu schlecht, plötzlich war alles aufgegessen – ihr kennt das ja. Damit ihr euch das besser vorstellen könnt, zeige ich euch mal wie sie zumindestens aussehen soll:

The Great British Bakeoff buch innen

 

Von außen sieht er aus wie ein ganz normaler Schokoladenkuchen; elegant, aber simpel. Erst nach dem ersten Stück offenbart sich das gut gehütete Geheimnis: das schwarz-weiße Schachbrett-Muster. Dazwischen kommt seeehr viel Schokoladenganache und wenn ihr wollt, könnt ihr vorher Amaretto oder Espresso auf die Kuchenböden träufeln. Der Boden ist von der Konsistenz eher wie Rührteig als Biskuit und wird deshalb etwas fester – ihr solltet ihn also nicht allzu lange draußen stehen lassen, sonst wird er nämlich zu trocken. Aber jetzt natürlich die wichtigste Frage: wie kommt das Schachbrett-Muster in den Teig? Da gibt es zwei Möglichkeiten. Ihr könnt mit einer Spritztülle abwechselnd einen hellen und dunklen Teigring in die Form spritzen und das Ganze bei dem zweiten (und eventuell dritten) Boden in umgekehrter Reihe wiederholen. Oder ihr backt einen hellen und einen dunklen Boden und schneidet sie im Nachhinein in Ringe, die ihr dann abwechselnd stapeln könnt. Wie das genau geht, könnt ihr zum Beispiel hier sehen. Ich hatte mich für die erste Möglichkeit entschieden:

Schachbrettbiskuit

Beim zweiten Mal würde ich wohl auch eher zu der zweiten Methode tendieren. Wieso? Ich denke es wird präziser, wenn man erst danach die Böden in Form schneidet und stapelt. Die Teigringe sind meistens etwas ungleichmäßig und im Zweifel kann der Teig auch mal schnell verlaufen. Außerdem ist es natürlich einfacher, einen hellen Teig und einen dunklen Teig zu backen, anstatt den Teig möglichst gleichmäßig auf die Formen zu verteilen. Am Ende hatte ich mehr dunklen als hellen Teig, deshalb gab’s bei mir dann noch einen dritten Schokoladenboden. Aber: trotz Anfangsschwierigkeiten hat auch die erste Methode funktioniert! Ich war echt erleichtert als der Kuchen aufgeschnitten wurde und tatsächlich eine waschechte Schachbrett-Torte zum Vorschein kam. Ich habe den Teig übrigens in einer 23 cm Form gebacken, er ist deshalb ein bisschen flacher geworden als gewünscht. Falls ihr auf jeden Fall drei Böden haben möchtet, solltet ihr lieber eine kleinere Form von ca. 20 cm nehmen.

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Aber genug der langen Rede, hier gibt’s endlich das Rezept!

Schachbrett-Torte
Für eine 20 cm Form

Zutaten:
350 g Butter
250 g Zucker
1 TL Vanillezucker
6 Eier
350 g Mehl
2 TL Backpulver
50 g Kakaopulver
4 EL Milch
500 g Zartbitterkuvertüre
500 g Sahne

So geht’s:
1. Die Zartbitterkuvertüre und Sahne im Topf schmelzen. Am besten über Nacht oder im Kühlschrank abkühlen lassen.
2. Die Butter weich und cremig schlagen, langsam den Zucker und Vanillezucker einrieseln lassen. Nach und nach die Eier unterrühren. Mehl und Backpulver mischen und unter den Teig mischen.
3. Den Teig auf zwei Schüsseln verteilen. In die eine Schüssel Kakaopulver und 2 EL Milch unterrühren. In die andere Schüssel die restlichen 2 EL Milch dazugeben.
4. Entweder abwechselnd mit der Spritztülle Teigringe in die Form spritzen oder die Teige auf zwei Formen aufteilen. Alternativ könnt ihr den Teig natürlich auch hintereinander backen.
5. Bei 180 °C (160 °C Umluft) für 15-20 Minuten backen. Die Boden abkühlen lassen.
6. Bei Bedarf die Böden so schneiden wie hier beschrieben.
7. Die Böden bei Belieben mit Espresso oder Amaretto beträufeln, abwechselnd mit Schokoladenganache schichten und die restliche Ganache außen verteilen.
8. Nach Belieben mit Nüssen, Karamell oder Schokoröllchen dekorieren.

Guten Appetit!

Pflaumenkuchen mit Walnusscreme

Als ich am Tag der deutschen Einheit in der Küche stand und Kuchen backte, ist mir Folgendes in den Sinn gekommen: Wenn aus den unterschiedlichsten Zutaten etwas so Gutes entstehen kann, wieso funktioniert das nicht auch mit uns?  Wie oft hören wir, denken wir: Das passt nicht, das geht nicht, nein, besser nicht. Gleiches zu gleichem und alles andere bloß nicht in meine Nähe. Aber nicht nur jeder Koch und Bäcker weiß: auch die irrwitzigsten Zutaten können einander ergänzen, gar verfeinern. Im Grunde genommen sind wir alle Zutaten und zusammen ergeben wir einen ganzen Kuchen, eine Einheit, etwas Wunderbares. Vielleicht ist am Ende alles viel einfacher, als wir denken, so einfach wie Pflaumenkuchen backen. Und dann kommt alles zusammen, was zusammen gehört. Familien zu Familien, Ost zu West, Menschen zu Menschen; alle vereint in einem großen Kuchen, von dem jeder ein Stück essen darf.

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Etwas Wunderbares ist bei mir am Samstag auch entstanden: Pflaumenkuchen mit Walnusscreme und Streuseln. Er schmeckte nach rot gefärbten Ahornblättern und goldenem Sonnenlicht, wie ein Stück Herbst auf dem Teller. Unter blauem Himmel saß ich auf der Terrasse mit meiner Oma, Mutter und Schwester und habe mir den Pflaumenkuchen schmecken lassen. Drei Generationen an einem Tisch, ein warmer Herbsttag, frisch gebrühter Kaffee – besser hätte ich diesen Feiertag nicht verbringen können.

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Die lieblichen Fotos von mir und dem Kuchen hat übrigens meine Schwester gemacht. Schaut mal auf ihrem Blog vorbei für mehr herbstliche Fotos und natürlich leckere Köstlichkeiten – wie könnte es anders sein, das liegt nun mal in der Familie!

Pflaumenkuchen mit Walnusscreme

Zutaten:
Für den Teig:
150 g Butter
75 g Puderzucker
300 g Mehl
1 Eigelb
2-3 EL Wasser
1 Prise Salz
Für die Creme:
50 g Zucker
50 g Butter
100 g geriebene Walnüsse
1 Ei
Für die Streusel:
80 g Mehl
70 g Haferflocken
20 g gemahlene Mandeln
80 g Butter
40 g Zucker
400 g Pflaumen

So geht’s:
1. Für den Mürbeteig alle Zutaten verkneten und für eine halbe Stunde in den Kühlschrank legen.
2. In der Zwischenzeit die Butter für die Creme schaumig schlagen, langsam den Zucker und das Ei unterrühren. Zum Schluss die geriebenen Walnüsse dazu geben. Alternativ könnt ihr auch alle Zutaten einfach in den Mixer tun. Tipp: Wenn ihr die Walnüsse vorher anröstet, schmeckt die Creme später noch besser.
3. Den Mürbeteig in eine gefettete 26 cm Spring- oder Tarteform auslegen und einen Rand von ca. 2,5 cm formen. Die Walnusscreme darauf verteilen.
4. Die Pflaumen waschen und in Achtel schneiden und auf dem Mürbeteigboden verteilen.
5. Die Zutaten für die Streusel verkneten und über die Pflaumen streuen.
6. Den Kuchen bei 180 °C für 45 Minuten backen oder bis die Streusel eine goldene Färbung bekommen.

Guten Appetit!

Pflaumenkuchen ganz mit Pflaumen