Von Sinn und Sinnlosigkeit … und Brownies

Liebe Leute, kennt ihr das? Ihr habt Besuch, es gibt Kuchen, Kaffee, ihr schnackt und schnabuliert; dann plopp, der erste Schaumwein, oder doch ein Gläschen Chianti und plötzlich: Sag mal, du, was ist eigentlich der Sinn des Lebens?

Also wirklich! Erst einmal, wir haben hier KUCHEN und ROTWEIN, da braucht man so eine lächerliche Frage doch nicht stellen, wenn die Antwort schon in der Hand liegt. Zudem ist dieser Vorschlaghammer jetzt wirklich fehl am Platz, denn, also … wirklich!!!

Kaffee + Kuchen.jpg

Natürlich ist mir das nicht im echten Leben passiert, denn meine Gäste haben ihre Prioritäten alle im Griff. Aber neulich unter der Dusche habe ich mal wieder in Gedanken Selbstgespräche geführt und mir überlegt, was ich mit diesem Blog hier anstellen soll. Was der Sinn dahinter ist. Vielleicht habt ihr’s geahnt, immerhin ist hier schon seit mehr als einem Jahr Funkstille. Ich hatte einfach nicht die Muße und zu viele Zweifel – angesichts der vielen Blogger, Bäcker und anderen Talenten – was das eigentlich hier soll. Abgesehen davon natürlich, dass ich viel rumgekommen bin und ich meine Zeit in andere Dinge gesteckt habe.

Aber dann habe ich gestern Mascarponebrownies gebacken. Und sie sind wunderschön geworden. Cremig, zartbitterschokoladig, ein ganzer Browniekuchen mit Walnüssen oben drauf.

Kuchen und Browniestück

Und ich hab‘ gemerkt: hey, ich muss ja gar nichts! Ich muss mit diesem Blog kein Geld verdienen, die Queen beeindrucken oder einen Nobelpreis gewinnen und schon gar nicht erst irgendwie einen Sinn ergeben. Außer ich hab‘ Lust dazu. Aber Brownies backen, das muss ich schon. Weil das kann ich gut. Und weil sie unglaublich gut geworden sind und ich es geschafft habe, ein paar Fotos davon zu machen, muss ich euch nun auch davon berichten und das Rezept mit euch teilen!

Ursprünglich wollte ich ja einfach nur „meine Mascarpone verwerten“, die ich noch vom letzten Tiramisu übrig hatte, aber daraus wurde nix, man braucht nämlich nur eine halbe Packung. Aus der zweiten Hälfte wird dafür eine wunderbare Tomaten-Mascarpone-Soße. Ach ja: Und ich hatte einfach riesengroße Lust auf Brownies. (Vielleicht sogar ein bisschen mehr als mein Ich-darf-keine-Lebensmittel-verschwenden-Vorsatz).

Einzelnes Browniestück.jpg

In diesem Sinne (haha): Backt diese Brownies, macht euch keine Gedanken darüber, ob alles Sinn ergibt, eure Stationen im Lebenslauf gut aussehen oder sich die Puzzleteile zu einem Gesamtplan zusammen fügen. Ein Hoch auf die Sinnlosigkeit! Spätestes bei dem ersten Bissen werden diese Sorgen vergessen sein. Und vielleicht ergibt dann auch alles wieder Sinn – und wenn nicht, auch nicht schlimm!

Mascarponebrownies mit Walnüssen

Zutaten:

400 g dunkle Kuvertüre
170 g Butter
180 g Mehl
¼ TL Backpulver
eine Prise Salz
4 Eier
125 g Mascarpone
80 g brauner Zucker
50 g weißer Zucker
100 g Walnüsse

So geht’s:

1. Schokolade und Butter im Wasserbad oder in der Mikrowelle schmelzen und zu einer homogenen Masse verrühren.
2. In einer zweiten Schüssel Eier cremig schlagen, Mascarpone und Zucker unterrühren.
3. Das Mehl, Backpulver und Salz sieben und unter die Eiermasse rühren.
4. Die Schokoladenmasse unterrühren.
5. Ein Browniebackblech oder eine Kuchenform (beides 23 cm) einfetten und mit Mehl oder Kakaopulver bestäuben. Die Browniemasse einfüllen.
6. Die Walnüsse oben drauf verteilen.
7. Bei 160 °C für 35-40 Minuten backen. Bei einer kleineren Backform, d.h. einer höheren Teigschicht, kann sich die Backzeit verlängern. Die Brownies sollten in der Mitte nicht mehr ganz flüssig sein, dafür ein Stäbchen reinstecken und testen.
8. Aus dem Ofen holen und für mindestens 3 Stunden, besser noch über Nacht auskühlen lassen. Es lohnt sich für Geschmack und Konsistenz! (Natürlich dürft ihr vorher aber schon mal probieren.)

Bon Appetit!

Browniestück vor Kaffee.jpg

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Entscheide dich: Pfannkuchen oder French Toast?

Das Frühstücksverhör

„Möchten se lieber French Toast oder Pfannkuchen?“, fragte mich die Bedienung, kaum hatte ich mich hingesetzt; ihr Stift schwebte energisch über dem Block. Es war 8 Uhr morgens, im Café war fast nichts los und im Hintergrund sang ein Kinderchor im Radio Weihnachtslieder. „Oh, ähm, Pfannkuchen?“, sagte ich verdutzt. Ich versuchte, mir den Geschmack in Erinnerung zu rufen. „Wir haben Blaubeeren oder Bananen dazu.“, fuhr sie fort und kritzelte weiter, bevor ich überhaupt antworten konnte. „Blaubeeren.“, sagte ich hastig. Nein, danke, keine Schokosoße. Auch kein Eis. Oder Sirup. „Einen Milchkaffee noch!“, rief ich laut als sie meinen Tisch schon wieder verlassen wollte. Puh. Ich lehnte mich zurück und kam mir vor als hätte ich schon wirklich wichtige Dinge erledigt. Dabei lag die eigentliche Entscheidung noch vor mir…

Entscheidungen, wohin man auch blickt. Im Café, auf der Arbeit, in der Familie – sie sind überall. Ein ganzes Jahr haben wir mal wieder davon hinter uns: Wohin mit mir, was soll ich tun und was entgeht mir, wenn ich diese Tür öffne? Und glaubt man, man sei dem Trubel um das Leben mal kurz entkommen, steht man schon vor der nächsten Weggabelung, muss sich zwischen links und rechts entscheiden. Wie löst man dieses Dilemma? Und wie fällt man eigentlich am besten eine Entscheidung, vor allem die großen? Ich behaupte: erst einmal lange, lange ausschlafen und dann ausgiebig frühstücken. Da kann man sich dann gleich die kleinen Entscheidungen heran tasten und üben, wie zum Beispiel:

Pfannkuchen oder French Toast?

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Hinter mir liegt auch ein aufregendes Jahr, was mich von Wiesbaden nach Frankfurt bis Stuttgart geführt hat, zu vielen tollen Menschen und neuen Berufungen. Ich glaube, so viel hab ich auch selten in einem Jahr erlebt. Und tatsächlich: mein Pfannkuchenkonsum war dieses Jahr ungewöhnlich hoch. Offensichtlich hat das schwer dabei geholfen, alles richtig zu machen. Ihr seht … esst mehr Pfannkuchen! Oder French Toast. Moment mal: wieso nicht einfach beides?

There is hardship in everything – except eating pancakes.
(Charles H. Spurgeon)

Pfannkuchen

2 Eier
150 g Mehl
250 ml Milch
1 Päckchen Vanillezucker
1 Prise Salz
1 Schuss Mineralwasser oder ein anderes sprudeliges Getränk
Frische Früchte

So geht’s:
1. Das Mehl mit der Milch cremig rühren, dann Vanillezucker und Salz dazu geben.
2. Die Eier einzelnd unterrühren und zum Schluss ein Schuss Sprudel dazu.
3. Eine Pfanne erhitzen und Kokosöl (oder Butter) schmelzen. Die Pfannkuchen mit einer Kelle vorsichtig in die Pfanne hießen und bei mittlere Hitze anbraten. Je nach Dicke und Größe der Pfanne ergibt das Rezept 6-10 Pfannkuchen.
4. Mit Früchten, Sirup oder Schokosoße servieren.

Mein Weihnachtstipp: mit heißem Pflaumenmus, Zimtsahne und Spekulatiuscrunch servieren!
(Und im Sommer: Erdbeeren und Schokolade gehen immer)

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French Toast mit Blaubeeren

2 Eier
100 ml Milch
2 EL brauner Zucker
1 Teelöffel Vanillezucker
2-4 Scheiben Toast oder Brioche
200 g Blaubeeren
Ahornsirup

So geht’s:
1. Die Eier mit der Milch und dem Zucker verquirlen und in eine flache Form gießen.
2. Die Brotscheiben für 20 Sekunden hineinlegen, dann einmal umdrehen.
3. Je mehr Brotscheiben ihr essen wollt, desto kürzer solltet ihr sie in die Eiermilch tunken – sonst kann es passieren, dass ein Brot die ganze Flüssigkeit aufsaugt.
4. Eine Pfanne erhitzen und etwas Butter schmelzen. Die French Toast bei mittlere Hitze anbraten und einmal umdrehen. Sie sollten schön gold gebraten sein.
5. Auf dem Teller anrichten, mit Blaubeeren bestreuen und Ahornsirup drüber gießen. Fertig!

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Sex in der Küche: Pornokuchen

Nackte Menschen in der Werbung, erotische Bestseller oder Sexspielzeug-Startups – Sex ist einfach Thema Nummer 1. Damit werden sogar simple Haushaltsgeräte zu Verkaufsschlagern: der sexy Staubsauger, die Porno-Pfanne oder der erotische Elektroherd. Klingt doch gleich viel besser, oder? Ach, wir Menschen sind doch so leicht zu durchschauen. Das funktioniert übrigens auch genauso mit Essen. Deshalb gibt’s heute ein Rezept für einen sehr erotischen Schokoladenkuchen: der Pornokuchen. Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie er schmeckt und ihr habt auf jeden Fall Recht!

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Als ich diesen Kuchen mit ins Büro mitgebracht habe, war er nach gefühlten fünf und wirklichen zehn Minuten direkt weggeputzt und deshalb gibt’s mal wieder nur ein qualitativ bescheidenes Handyfoto. Vielleicht hilft euch aber die Beschreibung einer Kollegin:

„Dieser Kuchen schmeckt wie Sex.
Vor einem Regenbogen.
Auf einem Einhorn.“

Verrückt. Aber verdammt gut. Und bevor ihr euch fragt: ja, der Kuchen darf auch von Minderjährigen gegessen werden. Figurbewusste sollten sich aber beim Verzehr die Augen zuhalten – und beim Lesen dieses Rezepts.

Pornokuchen

Für eine 26-cm Springform

Zutaten:
3 EL Mehl
1 1/2 TL Backpulver
200 g Zucker
375 g Butter
7 Eier
5 EL Kakaopulver
225 g Zartbitter-Schokolade

100 ml süße Sahne
100 g Zartbitterschokolade
500 g Erdbeeren und oder Himbeeren
optionale weiße Schokolade zum Verzieren

So geht’s:
1. Die Butter mit der Schokolade im Topf schmelzen und kurz abkühlen lassen.
2. Den Zucker mit den Eiern schaumig schlagen, das Mehl, Backpulver und Kakaopulver sieben und unterrühren.
3. Die Butter-Schokoladen-Masse vorsichtig in den Teig rühren.
4. In einer gefetteten Springform bei 160 °C Umluft für 30 Minuten backen und abkühlen lassen.
5. Für ein noch intensiveres Schokoerlebnis den Kuchen für einige Stunden oder über Nacht in den Kühlschrank stellen. Schmeckt aber auch jetzt schon fantastisch. (Aber ein bisschen ist es die Wartezeit auch wert.)
6. Die Sahne und die Schokolade zusammen schmelzen und zu einer glatten Masse rühren. Dann über den Kuchen geben.
7. Mit Erdbeeren, Himbeeren und weißer Schokolade garnieren.

Guten Appetit!

 

Kaffeekränzchen: Russischer Zupfkuchen

Da saß ich nun, zurückgelehnt in einem braunen Ledersessel, der genauso aussah wie der von meinem Großvater. Draußen strömte der Regen und die Menschen durch die Straßen von St. Petersburg. Gedankenverloren spähte ich durch die angelaufene Fensterscheibe und nahm einen tiefen Schluck von meinem heißen, schwarzen Kaffee. Die anderen Gäste im Café Julenka lasen bedächtig in ihrer Zeitung oder sprachen mit gedämpfter Stimme mit ihrem Sitznachbarn. Ich verstand kein Wort, aber das leise Gemurmel wirkte irgendwie beruhigend, fast einschläfernd. Für einen kurzen Moment schloss ich die Augen und dachte an früher zurück. Mein Großvater auf seinem braunen Ledersessel und ich auf seinem Schoß, die Geschichten, die er mir vorlas, und meine Oma, die in der Küche stand und Russischen Zupfkuchen backte. Wie aus meiner Erinnerung gemalt, stand nun so ein Stück vor meiner Nase auf dem Tisch. Und er schmeckte fast genauso gut wie damals.“

Russischer Zupfkuchen5

So oder so ähnlich könnte es sein. Der perfekte Russische Zupfkuchen in einem schönen Café in St. Petersburg. Da gäbe es nur das klitzekleine Problem: der kommt ja gar nicht aus Russland! Wie das zustande kommt? Angeblich wurde das Rezept in den 90er Jahren mal bei einem Dr. Oetker Backwettbewerb als Russischer Zupfkuchen eingereicht. Russisch deshalb, weil die Schokoladen“zupfs“ ungebacken ausgesehen haben sollen wie die Turmspitzen von russischen Kirchen. Ob das stimmen mag oder nicht, eins steht fest: er schmeckt einfach göttlich.

Russischer Zupfkuchen

Zarter Schokoladenmürbeteig und cremiger Käsekuchen – was kann daran auch schon verkehrt sein? Backfaule brauchen dafür übrigens nicht mal ein Rührgerät, der Teig lässt sich auch ganz einfach mit der Hand kneten und die Käsemasse mit dem Kochlöffel rühren. Nach meiner letzten empirischen Studie habe ich nur ein einziges Problem feststellen können: dieser Kuchen hat leider nur eine Lebensdauer von einem Tag. Oh weh!

Russischer Zupfkuchen2

Russischer Zupfkuchen

 Zutaten:

275 g weiche Butter
225 g Zucker
2 Pck. Vanillezucker
3 Eier
225 g Mehl
2 gestr. TL Backpulver
50 g Back-Kakao
500 g Magerquark
1 Pck. Vanille-Pud dingpulver
optional: Zartbitterkuvertüre

So geht’s:
1. Für den Schokoladenmürbeteig 125 g Butter, 125 g Zucker, 1 Päckchen Vanillezucker, 1 Ei, das Mehl und Backpulver und den Kakao zu einem Teig verkneten. Den Teig flach drücken und in Folie gewickelt in den Kühlschrank legen.
2. In einer Schüssel den Magerquark mit 100 g Zucker, 1 Päckchen Vanillezucker mischen. 150 g Butter schmelzen und kurz abkühlen lassen. Zusammen mit dem Vanille-Puddingpulver unter den Quark rühren. Als letztes 2 Eier daz ugeben.
3. Den Schokoladenteig in der Mitte halbieren. Die eine Hälfte in eine gefettete Springform auslegen (ihr könnt den Teig vorher etwas ausrollen) und einen 2-3 cm Rand hochziehen.
4. Die Quarkfüllung in die Form gießen. Dann den restlichen Schokoladenteig als Streusel über die Füllung streuen bzw. „zupfen“.
5. Den Kuchen bei 180 °C für 50-60 Minuten backen. Falls der Kuchen zu dunkel wird, könnt ihr ihn mit Alufolie abdecken.
6. Richtig abgekühlt schmeckt er am besten – Ungeduldige können aber auch schon vorher probieren.
7. Tipp: Für noch mehr Schokopower solltet ihr unbedingt etwas Zartbitterkuvertüre schmelzen und  über die Schokoladenstreusel verteilen!

Guten Appetit!

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Vom Glück und anderen Dingen

Bringt es Unglück, wenn man Glückskekse backen will und sie so richtig daneben gehen? Ich hoffe nicht. Und wenn doch – da zitiere ich doch gleich diesen weisen Spruch, der ein Glückskeksspruch hätte werden können: „Misserfolg ist eine Chance, es beim nächsten Mal besser zu machen!“ Noch besser gefällt mir die hessische Variante: „Bevor isch mich uffreesch, isses mir lieber egal.“ Dabei war die Idee gar nicht so verkehrt: Glückskekse, die ausnahmsweise schmecken, und zwar dank leckerem Schokoladenmürbeteig. Denn mal ehrlich – eigentlich freuen wir uns doch nur über den Spruch, aber nicht über den Keks. Und das sollten wir dringend ändern. Statt den klassischen tortelliniförmigen Keksen habe ich Herzen, Sterne und Knallbonbons geformt und die Sprüche darin versteckt. Nun ja, der Teig war leider nichts, weder geschmacklich noch optisch – ich tue euch also einen großen Gefallen, indem ich das Rezept nicht mit euch teile. Aber falls es euch jetzt im Ofenhandschuh juckt und ihr überhaupt noch Plätzchen sehen könnt, probiert es doch einfach mit dem Mürbeteig eures Vertrauens aus. Als Trost gibt es hier ein schönes Foto von einem Schokoladenmuffin:

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Am liebsten würde ich euch ja jedem so einen wunderbaren Muffin nach Hause schicken – aber stattdessen gibt’s heute eine andere Form des Glücks: und zwar eine Geschichte. Wenn euch schon heiß und kalt wird bei dem Gedanken an Neujahrsvorsätze, ihr 2015 noch nicht loslassen wollt oder es kaum erwarten könnt bis endlich das neue Jahr anfängt, dann ist sie vielleicht genau das Richtige.

„Früher war alles besser.“, sagte Hermann und setzte sich mit dunkler Miene auf die Parkbank.

„In Zukunft wird alles besser.“, sagte seine Frau Beate und setzte sich daneben.

Da fiel ein Apfel vom Baum herab und rollte vor ihre Füße. „Warum denn nicht jetzt?“, sagte der Apfel, der so rot war wie ein Apfel nur werden konnte. Hermann und Beate sahen sich verdutzt an. „Gestern hatte ich noch einen grünen Fleck“, fuhr der Apfel unbekümmert fort, „und schon bald werde ich faulen.“

Da holte Hermann das Taschenmesser von seinem Urgroßvater hervor und schnitt den Apfel in zwei Hälften. Beate und Hermann bissen hinein und es war tatsächlich der süßeste und saftigste Apfel, den sie jemals gegessen hatten. Da wurden beide froh, denn ihre Sorgen von morgen und gestern waren wie weggeblasen und mit einem glücklichen Lächeln standen Hermann und Beate auf, fassten sich an der Hand und machten einen Spaziergang.

Ich hoffe jedenfalls, ihr hattet alle schöne besinnliche Feiertage und habt auch die Zeit zwischen den Jahren genossen. Einen guten Rutsch wünsche ich euch! Bis nächstes Jahr.

Ohne Reuegefühle: Schokoladen-Pekannuss-Karamell-Tarte

Der Zeiger tickt, die Zeit rennt und ich weiß gar nicht, wo mir der Kopf steht. Schon wieder ein Jahr vorbei, dabei wollte ich doch, und hätte ich bloß und: Stop! Wieso fällt einem am Ende des Jahres eigentlich nur ein, was man alles nicht geschafft hat? Das ist doch nun wirklich schnurzpiepwurstegal. Lieber sollte ich daran denken, was ich alles geschafft und erlebt habe, welche Menschen ich getroffen und welche Orte ich entdeckt – und was ich alles Gutes gegessen habe. Denn da kann ich nun wirklich ganz aufrichtig sagen: ich bereue nichts! Und das sollten wir feiern. Mit dieser Schokoladen-Pekannuss-Karamell-Tarte. Und Zimteis. So ganz ohne Reuegefühle.

Pecanpie groß u klein

Wenn ihr also auch so einen Krisenmoment habt, ist es definitiv Zeit, innezuhalten und diese Tarte zu backen. Zum Glück ist diese Schokoladen-Pekannuss-Karamell-Tarte viel einfacher als der Name vermuten lässt. Ich habe sie zu einem Thanksgiving Dinner mitgebracht, zu dem ich von meinem Papa eingeladen wurde – deshalb durften die Pekannüsse natürlich nicht fehlen. Genauso könnt ihr aber auch Walnüsse oder Mandeln verwenden oder sie ganz einfach weglassen. Aus dem Rezept kommt entweder eine große Tarte heraus oder 12 kleine Tartelettes.

Pecanpie

Schokoladen-Pekannuss-Karamell-Tarte

Für 1 große Tarte oder 12 kleine Tartelettes

Zutaten:
Für den Mürbeteig:
115 g Butter
1 Ei
100 g Puderzucker
250 g Mehl

Für den Belag:
200 g Pekannüsse
100 g Zucker
550 g Sahne
310 g Zartbitterkuvertüre
3 Eigelb
40 g Butter

So geht’s:
Für den Mürbeteig:
1. Alle Zutaten zu einem Teig verkneten und für eine halbe Stunde in den Kühlschrank legen.
2. Die Tarteform oder -förmchen gut mit Butter einfetten und den Teig darin auslegen. Mehrmals mit einer kleinen Gabel einstechen.
3. Bei 180 °C Umluft für 10-15 Minuten backen und abkühlen lassen.

Für den Belag:
1. Einige Pekannüsse für die Dekoration zur Seite legen, den Rest klein hacken.
2. In einer Pfanne den Zucker auf mittlerer Hitze karamellisieren, dann vorsichtig 100 g Sahne dazugeben. Die Pekannüsse unterrühren und die Masse noch warm auf dem Mürbeteigboden verstreichen.
3. Den Mürbeteigboden raus oder in den Kühlschrank stellen, damit die Masse fest wird. Für Eilige: der Gefrierschrank für 10 Minuten tut’s auch.
4. Die Kuvertüre klein hacken und zusammen mit der Butter in eine Schüssel geben.
5. Die restlichen 450 g Sahne aufkochen lassen und über die Schokolade gießen. Solange umrühren bis die Schokolade komplett geschmolzen ist.
6. Die Eigelbe nacheinander unterrühren.
7. Die Schokoladenmasse auf die Mürbeteigform gießen und glatt streichen.
8. Mit Pekannüsse dekorieren und servieren.

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Für das Zimteis braucht ihr auch nicht viel Zeit. Es ist schnell, einfach und ergänzt die Tarte ideal. Und das Beste: ihr braucht dafür keine Eismaschine!

Zimteis

Zutaten:
225 ml Milch
1 Zimtstange
3 Eigelb
100 g Zucker
1 Teelöffel Zimt
450 ml Sahne

So geht’s:
1. Die Milch und die Zimtstange im Topf aufkochen, zur Seite stellen und die Zimtstange wieder entfernen.
2. In einer Schüssel Eigelbe, Zucker und Zimt cremig verrühren. Die Zimtmilch dazugeben und kontinuierlich weiterrühren.
3. Die Masse wieder zurück in den Topf gießen und auf schwacher bis mittlerer Hitze 8-10 Minuten köcheln lassen bis sie dicker wird. Dann den Topf vom Herd nehmen und abkühlen lassen.
4. Die Sahne aufschlagen und die Zimtmasse unterheben.
5. Einfrieren und alle Stunde umrühren.

Tipp: Vor dem Servieren früh genug rausholen, damit das Eis nicht zu hart wird und einen schönen Schmelz bekommt.

Guten Appetit!

Und vor allem: macht euch keine Sorgen und lasst euch vom Jahresendstress nicht übermannen – esst lieber ein paar gute Kalorien! Und danach könnt ihr gewissenhaft dieses Liedchen trällern:

Schokoladen-Kirsch-Muffins mit Haselnüssen

Sobald es kälter wird, denke ich an heiße Kirschen auf der Waffel und dampfende Becher mit Kirschglühwein. Die süßen Früchte transportieren die Gedanken an wärmere Tage, an denen man noch im Garten saß und knackige Kirschen aß, und anschließend ein Kirschkernweitspuckwettbewerb ausfechtete. Ich bin immer ziemlich gut darin, die Kerne direkt vor meinen Fußzehen zu platzieren – natürlich mit Absicht. Am liebsten habe ich Kirschen in liebevoller Umarmung mit Schokolade und Nüssen. Deshalb sind diese Schokoladen-Kirsch-Muffins genau das Richtige, wenn man sich von innen aufwärmen möchte – oder seiner Seele und seinen Freunden etwas Gutes tun will (und das wollt ihr!). Mehr muss man dazu auch gar nicht mehr sagen. Ready, set, bake!

Muffin + Kirschen

Schokoladen-Kirsch Muffins mit Haselnüssen

Zutaten:

1/2 Glas Sauerkirschen
3 Eier
150 g Butter
120 g brauner Zucker
1/2 Päckchen Vanillezucker
150 g Mehl
1 1/2 TL Backpulver
1 Messerspitze Zimt
1 EL Rum
125 g gemahlene Haselnüsse
100 g Schokoladenraspel
100 g Zartbitterschokolade

So geht’s:

1. Die Kirschen in einem Sieb abtropfen lassen und beiseite legen.
2. Die Butter schaumig schlagen, dann den Zucker und Vanillezucker einrieseln lassen. Die Eier einzelnd unterrühren.
3. Mehl, Backpulver, Haselnüsse und Zimt vermischen und nach und nach in den Teig geben.
4. Den Rum und die Schokoladenraspel unterrühren.
5. Den Teig in Muffinförmchen füllen und bei 200 °C für 20 bis 25 Minuten backen.
6. Die Schokoladen schmelzen und die Muffins damit verzieren.

Guten Appetit!

Muffins auf Gitter

Ihr habt noch nicht genug von gemütlichen Kirschen? Dann hört euch dieses Lied von Hozier dazu an: