Ohne Reuegefühle: Schokoladen-Pekannuss-Karamell-Tarte

Der Zeiger tickt, die Zeit rennt und ich weiß gar nicht, wo mir der Kopf steht. Schon wieder ein Jahr vorbei, dabei wollte ich doch, und hätte ich bloß und: Stop! Wieso fällt einem am Ende des Jahres eigentlich nur ein, was man alles nicht geschafft hat? Das ist doch nun wirklich schnurzpiepwurstegal. Lieber sollte ich daran denken, was ich alles geschafft und erlebt habe, welche Menschen ich getroffen und welche Orte ich entdeckt – und was ich alles Gutes gegessen habe. Denn da kann ich nun wirklich ganz aufrichtig sagen: ich bereue nichts! Und das sollten wir feiern. Mit dieser Schokoladen-Pekannuss-Karamell-Tarte. Und Zimteis. So ganz ohne Reuegefühle.

Pecanpie groß u klein

Wenn ihr also auch so einen Krisenmoment habt, ist es definitiv Zeit, innezuhalten und diese Tarte zu backen. Zum Glück ist diese Schokoladen-Pekannuss-Karamell-Tarte viel einfacher als der Name vermuten lässt. Ich habe sie zu einem Thanksgiving Dinner mitgebracht, zu dem ich von meinem Papa eingeladen wurde – deshalb durften die Pekannüsse natürlich nicht fehlen. Genauso könnt ihr aber auch Walnüsse oder Mandeln verwenden oder sie ganz einfach weglassen. Aus dem Rezept kommt entweder eine große Tarte heraus oder 12 kleine Tartelettes.

Pecanpie

Schokoladen-Pekannuss-Karamell-Tarte

Für 1 große Tarte oder 12 kleine Tartelettes

Zutaten:
Für den Mürbeteig:
115 g Butter
1 Ei
100 g Puderzucker
250 g Mehl

Für den Belag:
200 g Pekannüsse
100 g Zucker
550 g Sahne
310 g Zartbitterkuvertüre
3 Eigelb
40 g Butter

So geht’s:
Für den Mürbeteig:
1. Alle Zutaten zu einem Teig verkneten und für eine halbe Stunde in den Kühlschrank legen.
2. Die Tarteform oder -förmchen gut mit Butter einfetten und den Teig darin auslegen. Mehrmals mit einer kleinen Gabel einstechen.
3. Bei 180 °C Umluft für 10-15 Minuten backen und abkühlen lassen.

Für den Belag:
1. Einige Pekannüsse für die Dekoration zur Seite legen, den Rest klein hacken.
2. In einer Pfanne den Zucker auf mittlerer Hitze karamellisieren, dann vorsichtig 100 g Sahne dazugeben. Die Pekannüsse unterrühren und die Masse noch warm auf dem Mürbeteigboden verstreichen.
3. Den Mürbeteigboden raus oder in den Kühlschrank stellen, damit die Masse fest wird. Für Eilige: der Gefrierschrank für 10 Minuten tut’s auch.
4. Die Kuvertüre klein hacken und zusammen mit der Butter in eine Schüssel geben.
5. Die restlichen 450 g Sahne aufkochen lassen und über die Schokolade gießen. Solange umrühren bis die Schokolade komplett geschmolzen ist.
6. Die Eigelbe nacheinander unterrühren.
7. Die Schokoladenmasse auf die Mürbeteigform gießen und glatt streichen.
8. Mit Pekannüsse dekorieren und servieren.

Pecanpiestück

Für das Zimteis braucht ihr auch nicht viel Zeit. Es ist schnell, einfach und ergänzt die Tarte ideal. Und das Beste: ihr braucht dafür keine Eismaschine!

Zimteis

Zutaten:
225 ml Milch
1 Zimtstange
3 Eigelb
100 g Zucker
1 Teelöffel Zimt
450 ml Sahne

So geht’s:
1. Die Milch und die Zimtstange im Topf aufkochen, zur Seite stellen und die Zimtstange wieder entfernen.
2. In einer Schüssel Eigelbe, Zucker und Zimt cremig verrühren. Die Zimtmilch dazugeben und kontinuierlich weiterrühren.
3. Die Masse wieder zurück in den Topf gießen und auf schwacher bis mittlerer Hitze 8-10 Minuten köcheln lassen bis sie dicker wird. Dann den Topf vom Herd nehmen und abkühlen lassen.
4. Die Sahne aufschlagen und die Zimtmasse unterheben.
5. Einfrieren und alle Stunde umrühren.

Tipp: Vor dem Servieren früh genug rausholen, damit das Eis nicht zu hart wird und einen schönen Schmelz bekommt.

Guten Appetit!

Und vor allem: macht euch keine Sorgen und lasst euch vom Jahresendstress nicht übermannen – esst lieber ein paar gute Kalorien! Und danach könnt ihr gewissenhaft dieses Liedchen trällern:

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Schokoladen-Kirsch-Muffins mit Haselnüssen

Sobald es kälter wird, denke ich an heiße Kirschen auf der Waffel und dampfende Becher mit Kirschglühwein. Die süßen Früchte transportieren die Gedanken an wärmere Tage, an denen man noch im Garten saß und knackige Kirschen aß, und anschließend ein Kirschkernweitspuckwettbewerb ausfechtete. Ich bin immer ziemlich gut darin, die Kerne direkt vor meinen Fußzehen zu platzieren – natürlich mit Absicht. Am liebsten habe ich Kirschen in liebevoller Umarmung mit Schokolade und Nüssen. Deshalb sind diese Schokoladen-Kirsch-Muffins genau das Richtige, wenn man sich von innen aufwärmen möchte – oder seiner Seele und seinen Freunden etwas Gutes tun will (und das wollt ihr!). Mehr muss man dazu auch gar nicht mehr sagen. Ready, set, bake!

Muffin + Kirschen

Schokoladen-Kirsch Muffins mit Haselnüssen

Zutaten:

1/2 Glas Sauerkirschen
3 Eier
150 g Butter
120 g brauner Zucker
1/2 Päckchen Vanillezucker
150 g Mehl
1 1/2 TL Backpulver
1 Messerspitze Zimt
1 EL Rum
125 g gemahlene Haselnüsse
100 g Schokoladenraspel
100 g Zartbitterschokolade

So geht’s:

1. Die Kirschen in einem Sieb abtropfen lassen und beiseite legen.
2. Die Butter schaumig schlagen, dann den Zucker und Vanillezucker einrieseln lassen. Die Eier einzelnd unterrühren.
3. Mehl, Backpulver, Haselnüsse und Zimt vermischen und nach und nach in den Teig geben.
4. Den Rum und die Schokoladenraspel unterrühren.
5. Den Teig in Muffinförmchen füllen und bei 200 °C für 20 bis 25 Minuten backen.
6. Die Schokoladen schmelzen und die Muffins damit verzieren.

Guten Appetit!

Muffins auf Gitter

Ihr habt noch nicht genug von gemütlichen Kirschen? Dann hört euch dieses Lied von Hozier dazu an:

Pflaumenkuchen mit Walnusscreme

Als ich am Tag der deutschen Einheit in der Küche stand und Kuchen backte, ist mir Folgendes in den Sinn gekommen: Wenn aus den unterschiedlichsten Zutaten etwas so Gutes entstehen kann, wieso funktioniert das nicht auch mit uns?  Wie oft hören wir, denken wir: Das passt nicht, das geht nicht, nein, besser nicht. Gleiches zu gleichem und alles andere bloß nicht in meine Nähe. Aber nicht nur jeder Koch und Bäcker weiß: auch die irrwitzigsten Zutaten können einander ergänzen, gar verfeinern. Im Grunde genommen sind wir alle Zutaten und zusammen ergeben wir einen ganzen Kuchen, eine Einheit, etwas Wunderbares. Vielleicht ist am Ende alles viel einfacher, als wir denken, so einfach wie Pflaumenkuchen backen. Und dann kommt alles zusammen, was zusammen gehört. Familien zu Familien, Ost zu West, Menschen zu Menschen; alle vereint in einem großen Kuchen, von dem jeder ein Stück essen darf.

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Etwas Wunderbares ist bei mir am Samstag auch entstanden: Pflaumenkuchen mit Walnusscreme und Streuseln. Er schmeckte nach rot gefärbten Ahornblättern und goldenem Sonnenlicht, wie ein Stück Herbst auf dem Teller. Unter blauem Himmel saß ich auf der Terrasse mit meiner Oma, Mutter und Schwester und habe mir den Pflaumenkuchen schmecken lassen. Drei Generationen an einem Tisch, ein warmer Herbsttag, frisch gebrühter Kaffee – besser hätte ich diesen Feiertag nicht verbringen können.

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Die lieblichen Fotos von mir und dem Kuchen hat übrigens meine Schwester gemacht. Schaut mal auf ihrem Blog vorbei für mehr herbstliche Fotos und natürlich leckere Köstlichkeiten – wie könnte es anders sein, das liegt nun mal in der Familie!

Pflaumenkuchen mit Walnusscreme

Zutaten:
Für den Teig:
150 g Butter
75 g Puderzucker
300 g Mehl
1 Eigelb
2-3 EL Wasser
1 Prise Salz
Für die Creme:
50 g Zucker
50 g Butter
100 g geriebene Walnüsse
1 Ei
Für die Streusel:
80 g Mehl
70 g Haferflocken
20 g gemahlene Mandeln
80 g Butter
40 g Zucker
400 g Pflaumen

So geht’s:
1. Für den Mürbeteig alle Zutaten verkneten und für eine halbe Stunde in den Kühlschrank legen.
2. In der Zwischenzeit die Butter für die Creme schaumig schlagen, langsam den Zucker und das Ei unterrühren. Zum Schluss die geriebenen Walnüsse dazu geben. Alternativ könnt ihr auch alle Zutaten einfach in den Mixer tun. Tipp: Wenn ihr die Walnüsse vorher anröstet, schmeckt die Creme später noch besser.
3. Den Mürbeteig in eine gefettete 26 cm Spring- oder Tarteform auslegen und einen Rand von ca. 2,5 cm formen. Die Walnusscreme darauf verteilen.
4. Die Pflaumen waschen und in Achtel schneiden und auf dem Mürbeteigboden verteilen.
5. Die Zutaten für die Streusel verkneten und über die Pflaumen streuen.
6. Den Kuchen bei 180 °C für 45 Minuten backen oder bis die Streusel eine goldene Färbung bekommen.

Guten Appetit!

Pflaumenkuchen ganz mit Pflaumen

Nicht nur für echte Hessen: Fruchtige Apfelweintorte

Wenn das Sonnenlicht die letzten Blätter golden färbt und in den ersten Regenpfützen glitzert, dann steht der Herbst kurz bevor. Die Tage werden kürzer, der Himmel kuschelt sich immer tiefer in seine Decke aus Wolken und ich bekomme endlich wieder Lust auf heiße Schokolade, Jazz und dicke Schmöker im Bett. Besonders freue ich mich aber auch auf die reiche Ernte, die uns diese bunte Jahreszeit beschert: Kürbisse, Trauben, Nüsse, Federweißer – und natürlich Äpfel. Was gibt es Schöneres als frischen Apfelmost zu trinken oder ein Stück Apfelkuchen zu genießen, während die letzten Sonnenstrahlen das Gesicht wärmen? Besonders die Hessen dürfte die Apfelzeit verzücken, denn dann ist es endlich wieder Zeit für frisch gekelterten Apfelwein. Und weil wir Hessen nicht nur Saures, sondern auch Süßes lieben, gibt’s heute ein Rezept für eine fruchtige Apfelweintorte.

Apfelweintortenstück

Ich hätte es nicht gedacht, dass ich mich so in sie verlieben würde, aber schon der erste Bissen eroberte mein Herz im Sturm. Mürbeteig, Apfelpudding, Sahne und Mandelkrokant ergeben eine köstlich süß-saure Kombination. „Leben wie Gott in Hessen“ wird künftig das berühmte Sprichwort lauten für jeden, der diese Torte probiert. Für alle Nicht-Hessen und solche, die es auf keinen Fall werden möchten, kann man den Apfelwein auch teilweise oder ganz durch Apfelsaft ersetzen. Der Apfelwein bringt aber gerade eine würzige, leicht herbe Note in den Kuchen ohne dabei zu aufdringlich zu werden.

Fruchtige Apfelweintorte

Zutaten:

250 g Mehl
1 1/2 TL Backpulver
125 g Zucker
2 Pkt. Vanillezucker
1 Ei
1 EL Wasser
125 g Butter
2 EL Semmelbrösel
1 kg Äpfel
2 Pkt. Vanillepuddingpulver
400 ml Schlagsahne
2 Pkt. Sahnesteif
750 ml Apfelwein
Kakaopulver
100 g Mandelblättchen
2 EL Butter
3 EL Zucker

So geht’s:
1. Für den Mürbeteig Mehl, Backpulver, Zucker, 1 Päckchen Vanillezucker, Ei, Wasser und Butter in einer Schüssel verkneten. Für eine Stunde in den Kühlschrank stellen.
2. Den Teig in eine gefettete Springform auslegen und am Rand etwa 3-4 cm hochziehen. Den Boden mit Semmelbrösel bestreuen.
3. Die Äpfel waschen, schälen und in Scheiben schneiden. Auf dem Mürbeteig verteilen.
4. Aus dem Puddingpulver mit Apfelwein, Zucker und 1 Päckchen Vanillezucker Pudding kochen. Den Pudding noch warm über die Äpfel verteilen.
5. Den Kuchen bei 180 °C für 60 Minuten backen. Danach die Ofentür vorsichtig öffnen und den Kuchen erkalten lassen. Über Nacht in den Kühlschrank stellen.
6. Am nächsten Tag die Sahne steif schlagen und mit dem Sahnesteif verrühren. Nehmt eine Spritztülle, um den Kuchen mit der Sahne zu dekorieren oder verteilt sie einfach mit einem Löffel. Danach Kakaopulver drüber streuen.
7. In einer Pfanne Butter und Zucker erhitzen. Sobald beides anfängt zu schmelzen, die Mandeln hinzugeben. Werden die Mandeln langsam golden, die Pfanne vom Herd nehmen und das Krokant abkühlen lassen. Anschließend auf der Torte verteilen und servieren.

Apfelweintortenstück2

Und wer jetzt noch was rischtisch Hessisches hören will, hier was Scheenes zum Sonndach:

Um die Ecke gedacht

Was passiert eigentlich, nachdem man um die Ecke gedacht hat? Im Falle einer Nussecke kommt zum Glück einfach die nächste und zwar die Gute, mit Schokoladenüberzug. Aber im wahren Leben? Da sieht man nur die Schokoladenecke, die hinter einem liegt, und hat keine Ahnung, was als Nächstes kommt. So geht es mir auch gerade, denn am Freitag war mein letzter „offizieller“ Tag an der Hochschule Darmstadt. Das vorerst letzte Mal frühe Aufstehen um halb sechs, mit der Bahn fahren (und über die Bahn meckern), für meine Kommilitonen etwas backen und zusammen essen, das letzte Projekt in die Tat umgesetzt – es fühlt sich fast an wie das Ende einer Ära. Gerade in den letzten Wochen und Monaten sind mir einige Leute nochmal besonders ans Herz gewachsen, am liebsten würde ich deshalb die Zeit für eine Weile anhalten und das noch ein bisschen auskosten. Aber die Zukunft klopft an unsere Tür und ich weiß, wir werden uns alle für eine andere Tür entscheiden und andere Wege gehen. Zum Glück heißt das aber nicht gleich aus den Augen, aus dem Sinn – wozu gibt es heutzutage schließlich dieses Internet oder günstige Tickets in die ganze Welt? Kommen wir aber lieber wieder zurück in die Gegenwart, in der wir nicht um die Ecke denken, sondern einfach hineinbeißen.

Nussecken auf dem Teller

Mürbeteig, Haselnüsse und Schokolade – besser kann man es eigentlich nicht machen. Zum Bestreichen vom Boden habe ich selbstgemachte Aprikosenmarmelade genommen. Die schmeckt mir noch viel besser als gekaufte und macht die Nussecken besonders saftig. Ich war übrigens ein bisschen zu faul, die Nussecken abends noch einzeln in die Schokolade zu tunken und habe sie deshalb einfach so verziert. Ich finde sie aber auch so wunderschön. Ein Rezept ergibt ein ganzes Blech und mindestens 32 Nussecken. Versammelt also am besten hungrige Mitstreiter um euch oder verschenkt sie an fremde Menschen und sammelt Karmapunkte!

Nussecken auf dem Blech

Nussecken

ergibt ein ganzes Blech

Zutaten:
130 g Butter
130 g weißer Zucker
1 Pck. Vanillezucker
2 Eier
300 g Mehl
1 TL Backpulver
4 EL Aprikosenmarmelade
200 g Butter
200 g brauner Zucker
1 Pck. Vanillezucker
2 EL Rum oder Amaretto
3 EL Wasser
200 g gemahlene Haselnüsse
200 g gehackte Haselnüsse
100 g Zartbitterkuvertüre

So geht’s:

1. Für den Boden Butter, Zucker, Vanillezucker, Eier, Mehl und Backpulver zu einem Teig verkneten. Ein Backblech mit Backpapier belegen, den Mürbeteig gleichmäßig verteilen und mit der Aprikosenmarmelade bestreichen.
2. Butter, braunen Zucker, Vanillezucker, Rum und Wasser in einem Topf erhitzen bis sich der Zucker aufgelöst hat. Die Haselnüsse unterrühren und gleichmäßig auf dem Mürbeteigboden verteilen.
3. Bei 175 °C Ober- und Unterhitze für 30-35 Minuten backen oder bis die Nussecken goldbraun aussehen.
4. Abkühlen lassen und in Ecken schneiden.
5. Die Zartbitterkuvertüre schmelzen und entweder die Nussecken reintunken oder einfach mit einem Löffel über die Nussecken verteilen.

Guten Appetit!

Nussecken auf dem Teller und Blech