Schwarz auf weiß: Schachbretttorte

Es fühlt sich an wie ein anderes Leben, wenn ich daran denke: vor einem Jahr bin ich noch durch die Innenstadt von Eastbourne geschlendert. Vorbei an Straßenmusikern und Cafés bis zum Pier, der kurz zuvor abgebrannt war. Das weite Meer vor mir ausgestreckt, die Möwen hungrig über mir und meiner Sausage Roll kreisend, die britische Sonne an der Sunshine Coast warm auf meinem Gesicht.

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Oder in die andere Richtung, zielstrebig in den vielleicht schönsten Laden der Stadt: dem Buchladen. Einmal bin ich eine Woche lang jeden Tag dorthin gegangen, stand ewig zwischen Regalen und habe mit meinen Augen die Buchdeckel abgetastet. Leider gab es ziemlich oft reduzierte Bücher, vor allem in der Kochbuchabteilung. Das hat bei mir immer ein sehr unangenehmes Kribbeln in den Fingern ausgelöst und mein Portemonnaie ist in dieser Zeit sehr dünn und knochig geworden. Dafür habe ich einigen Büchern ein liebevolles neues Zuhause gegeben, wie zum Beispiel diesem Buch von „The Great British Bake Off“. Ihr seht, ich war machtlos!

The Great British Bakeoff buch

Gut, ich gebe zu ich war bisher ein etwas nachlässiger Besitzer, aber jetzt hab ich’s endlich geschafft und eine Schachbrett-Torte gebacken. Die habe ich dann mit ins Büro gebracht, um sie an meinen neuen Testobjekten – äh Kollegen zu testen. Die gute Nachricht: die Torte war echt spitze! Sie war schon vor der Mittagspause fast leer; dafür mein Postfach voll mit netten Mails und Lobeshymnen. Ich kann euch also versichern, dass sich der Aufwand lohnt. Die schlechte Nachricht ist nämlich: ich habe leider kein gutes Foto für euch. Die Zeit hat nicht gereicht, das Licht war zu schlecht, plötzlich war alles aufgegessen – ihr kennt das ja. Damit ihr euch das besser vorstellen könnt, zeige ich euch mal wie sie zumindestens aussehen soll:

The Great British Bakeoff buch innen

 

Von außen sieht er aus wie ein ganz normaler Schokoladenkuchen; elegant, aber simpel. Erst nach dem ersten Stück offenbart sich das gut gehütete Geheimnis: das schwarz-weiße Schachbrett-Muster. Dazwischen kommt seeehr viel Schokoladenganache und wenn ihr wollt, könnt ihr vorher Amaretto oder Espresso auf die Kuchenböden träufeln. Der Boden ist von der Konsistenz eher wie Rührteig als Biskuit und wird deshalb etwas fester – ihr solltet ihn also nicht allzu lange draußen stehen lassen, sonst wird er nämlich zu trocken. Aber jetzt natürlich die wichtigste Frage: wie kommt das Schachbrett-Muster in den Teig? Da gibt es zwei Möglichkeiten. Ihr könnt mit einer Spritztülle abwechselnd einen hellen und dunklen Teigring in die Form spritzen und das Ganze bei dem zweiten (und eventuell dritten) Boden in umgekehrter Reihe wiederholen. Oder ihr backt einen hellen und einen dunklen Boden und schneidet sie im Nachhinein in Ringe, die ihr dann abwechselnd stapeln könnt. Wie das genau geht, könnt ihr zum Beispiel hier sehen. Ich hatte mich für die erste Möglichkeit entschieden:

Schachbrettbiskuit

Beim zweiten Mal würde ich wohl auch eher zu der zweiten Methode tendieren. Wieso? Ich denke es wird präziser, wenn man erst danach die Böden in Form schneidet und stapelt. Die Teigringe sind meistens etwas ungleichmäßig und im Zweifel kann der Teig auch mal schnell verlaufen. Außerdem ist es natürlich einfacher, einen hellen Teig und einen dunklen Teig zu backen, anstatt den Teig möglichst gleichmäßig auf die Formen zu verteilen. Am Ende hatte ich mehr dunklen als hellen Teig, deshalb gab’s bei mir dann noch einen dritten Schokoladenboden. Aber: trotz Anfangsschwierigkeiten hat auch die erste Methode funktioniert! Ich war echt erleichtert als der Kuchen aufgeschnitten wurde und tatsächlich eine waschechte Schachbrett-Torte zum Vorschein kam. Ich habe den Teig übrigens in einer 23 cm Form gebacken, er ist deshalb ein bisschen flacher geworden als gewünscht. Falls ihr auf jeden Fall drei Böden haben möchtet, solltet ihr lieber eine kleinere Form von ca. 20 cm nehmen.

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Aber genug der langen Rede, hier gibt’s endlich das Rezept!

Schachbrett-Torte
Für eine 20 cm Form

Zutaten:
350 g Butter
250 g Zucker
1 TL Vanillezucker
6 Eier
350 g Mehl
2 TL Backpulver
50 g Kakaopulver
4 EL Milch
500 g Zartbitterkuvertüre
500 g Sahne

So geht’s:
1. Die Zartbitterkuvertüre und Sahne im Topf schmelzen. Am besten über Nacht oder im Kühlschrank abkühlen lassen.
2. Die Butter weich und cremig schlagen, langsam den Zucker und Vanillezucker einrieseln lassen. Nach und nach die Eier unterrühren. Mehl und Backpulver mischen und unter den Teig mischen.
3. Den Teig auf zwei Schüsseln verteilen. In die eine Schüssel Kakaopulver und 2 EL Milch unterrühren. In die andere Schüssel die restlichen 2 EL Milch dazugeben.
4. Entweder abwechselnd mit der Spritztülle Teigringe in die Form spritzen oder die Teige auf zwei Formen aufteilen. Alternativ könnt ihr den Teig natürlich auch hintereinander backen.
5. Bei 180 °C (160 °C Umluft) für 15-20 Minuten backen. Die Boden abkühlen lassen.
6. Bei Bedarf die Böden so schneiden wie hier beschrieben.
7. Die Böden bei Belieben mit Espresso oder Amaretto beträufeln, abwechselnd mit Schokoladenganache schichten und die restliche Ganache außen verteilen.
8. Nach Belieben mit Nüssen, Karamell oder Schokoröllchen dekorieren.

Guten Appetit!

Oh wie schön ist: Kopenhagen

Im August war ich mit meiner Mutter in Kopenhagen und habe diese lebendige Stadt direkt in mein Herz geschlossen. Zwischen bunten Häuserfassaden, wunderschönen gut gekleideten Menschen, gemütlichen Cafés und Lädchen bekommt man ein sehr hyggeliges Gefühl. Hyggelig bedeutet in etwa schön, geborgen, malerisch, heimatlich oder einfach typisch dänisch.

Nyhaven

Was man in Kopenhagen besonders gut kann: es sich gut gehen lassen. Es gibt unzählige Cafés und Restaurants, in denen man Köstliches probieren kann, charmante Fach- und Modegeschäfte zum ausgiebigen Shopping, Kunst und Kultur an jeder Ecke, ein Planetarium, ein Aquarium und und und. Leider ist alles um einiges teurer als man es in Deutschland gewohnt ist. Allein die Mehrwertsteuer liegt schon bei 25 Prozent. Aber wer ein wenig abseits der großen Fußgängerzone – genannt Strøget – läuft und die Touristenattraktionen umgeht, findet auch Cafés und Restaurants für den mittelmäßigen bis kleinen Geldbeutel. Falls ihr euch nichtsdestotrotz keine Gaumenfreuden entgehen lassen möchtet, habe ich hier ein paar Tipps für euch.

Bertels Salon

Ihr glaubt: Eure Oma backt den besten Käsekuchen der Welt? Im Café Bertels Salon erwarten euch mehr als 20 verschiedene Käsekuchensorten zur Auswahl, die euch vom Gegenteil überzeugen könnten. Darunter klassische Duette wie Vanille mit Früchten, Exotiker wie Passionsfrucht oder Pistazie oder aber mal was ganz anderes wie mit Lakritz- oder Tiramisugeschmack. Also für jeden was dabei. Für uns gleich zwei mal: beim 1. Mal gab’s bei mir Vanillekäsekuchen mit gemischten Beeren und beim 2. Mal Blueberry Brownie Cheesecake. Bei dieser unglaublichen Auswahl sind zwei Besuche aber fast schon Pflicht. Mindestens!

Von oben kann man gemütlich auf die Kompagnistæde herabschauen und über die perfekte Konsistenz von Käsekuchen debattieren – oder ganz einfach die Teller tauschen. Vorher lohnt es sich außerdem durch die Kompagnistæde zu bummeln. Hier findet ihr charmante Geschäfte mit Antiquitäten, Porzellanwaren, Büchern und mehr und außerdem eine große Auswahl an kleinen Restaurants. Sie liegt parallel zur Strøget und ist damit zumindestens ein bisschen preiswerter.

Torvehallerne

Die Markthallen in Kopenhagen sind ein MUSS. Hier findet man alles, wovon ein Feinschmecker träumt. Knuspriges Brot und Käsesorten aus aller Welt, regionale Spezialitäten wie Smørrebrød und Lachsbrötchen oder internationale Spezialitäten wie zum Beispiel Banh Mí, das sind vietnamesische Baguettes, und italienisches Olivenöl. Falls ihr es tatsächlich schafft euch bei dieser Auswahl zu entscheiden, könnt ihr euch bei gutem Wetter in den Ørstedsparken setzen oder ein Stückchen weiter am Kanal Peblinge Sø picknicken.

Aber – das Hüftgold!

Dafür gibt es eine ganz einfache Lösung: ab aufs Fahrrad! Das haben wir uns nämlich auch gedacht und nach dem Wochenende in der Hauptstadt sind wir zu einer 7-tägigen Fahrradreise durch Nordseeland aufgebrochen. Stolze 50 km sind wir jeden Tag von Städtchen zu Städtchen gefahren bis wir am Ende wieder in Kopenhagen angelangt sind. In Dänemark gibt es fast überall gute Fahrradwege, die einen am Meer entlang oder durch idyllische Wälder und Wiesen führen. Besonders schön fand ich es in Helsingør im Norden und Roskilde, westlich von Kopenhagen. Falls ihr dem Kopenhagener Trubel mal entgehen wollt, dann bieten die beiden Städtchen auch als Tagesausflug eine schöne Abwechslung. Mit dem Auto braucht man höchstens eine Stunde zu beiden Städten und auch die Züge sind schnell und erstaunlich günstig.

In Helsingør empfehle ich euch das Café Kaiser – und (auch hier) besonders den Käsekuchen – und das italienische Restaurant Amici Miei. Beides findet ihr in der Stengade. Den Genuss könnt ihr sogar noch verdoppeln, wenn ihr vorher von Kopenhagen nach oben fahrt. Sieben Stunden. Mit Gegenwind.

Im mittelalterlichen Roskilde könnt ihr nach einem schönen Spaziergang durch die Fußgängerzone und an der Domkirche vorbei im Café Formidable einkehren. Hier gibt’s nicht nur leckeres Smørrebrød und Holunderblütenlimonade, sondern auch ganz viel Krimskrams zu kaufen. Landkarten, Vintagemöbel, Milchkännchen ist gleichzeitig Inventar und Dekoration, wild durcheinander gewürfelt, aber doch äußerst gemütlich.

Beim zweiten Spaziergang zurück findet ihr am anderen Ende der Fußgängerzone das Café 48. Dort locken Himbeer- oder Rhabarber-Streuselkuchen und Eiskaffee, die einem glückliche Honigkuchenpferdgesichter zaubern. Danach könnt ihr gemütlich zum Hafen schlendern und den Blick über den Fjord genießen.

Und wenn ihr dem Trubel so wirklich entkommen wollt, dann fahrt einfach an den Strand. Denn auch dort – wie überall – ist es wunderwunderschön. Ich werde auf jeden Fall wiederkommen, schönes Dänemark! Bis bald.

Seaside

Oh wie schön ist: Passau

Mit seinen bunten, verzierten Häusern, kleinen Gassen und schönen Plätzen sieht Passau aus wie von einem Zuckerbäcker kreiert. Obwohl ich nur vier Tage dort war, habe ich ganz schön viel erlebt. Wir waren in fünf Cafés, auf dem Passauer Kultur Jam, auf einem Gastvortrag und in einer Übung in der Passauer Universität, sind zur Ortsspitze gelaufen, haben im Freien getanzt, den sonntäglichen Tatort in einer Bar geschaut und unglaublich leckere Cannelloni mit Spinat-Ricotta-Füllung gekocht – um nur Einiges zu nennen. Aber seht selbst!

Folgende fünf Gründe, warum ihr Passau einen Besuch abstatten solltet:

KaffeeWerk

Das KaffeeWerk liegt in der Passauer Innstadt und hat eine gemütlich Wohnzimmeratmosphäre mit unterschiedlichen Stühlen und Sesseln. Es gibt sehr guten Kaffee, bezaubernde Nussecken und außerdem vegane Kuchen. Auf dem Weg dorthin kann man außerdem auf der Brücke über den Inn spazieren und die Aussicht genießen.

Café Innleben

Vor allem draußen ist es sehr schön, da man fast direkt am Inn sitzt und das beruhigende Rauschen vom Fluss im Ohr hat. Der Quiche mit Salat ist sehr zu empfehlen. Besonders wenn man von der Ortsspitze am Inn entlang läuft, hat man sich den auch wirklich verdient.

Café Anton

Fast wie ein Wiener Kaffeehaus, aber mit mehr Intimität und Gemütlichkeit. Die Tassen mit floralen Mustern haben die perfekte Größe und der Schokoladen-Mandel-Kuchen ist zum dahin schmelzen. Hier kann man außerdem Likör in verschiedenen Sorten kaufen wie z.B. Marillen- oder Haselnusslikör – eignet sich bestimmt gut als Mitbringsel.

Café Diwan

Allein für den Ausblick lohnt es sich schon hierher zu kommen, denn von hier aus kann man über ganz Passau blicken. Aber auch das Frühstück ist super, die Preise sind günstig und das Angebot reichlich. Das Frühstück für zwei Personen kann ich empfehlen – aber nur bei großem Hunger!

Café Aran

Das Café Aran liegt in der schönen Villa Bergeat. Innen fühlt man sich ein paar Jahrhunderte zurückversetzt und kommt sich vor wie eine feine Dame (oder ein feiner Herr) aus dem 19. Jahrhundert. Außerdem gibt es selbstgemachtes Eis, frisch gebackenes Brot und einiges mehr!

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Ausblick vom Café Diwan

Nächstes Mal gibt’s das Rezept für leckere Cannelloni, freut euch drauf!